.----------------------------- Vita

Ulrich Westerfrölke

1956 1956 geboren in Düsseldorf
1977-79 1977.79 Physikstudium an der RWTH Aachen
1980-86 1980-86 Studium der Bildhauerei
Staatliche Kunstakademie Düsseldorf bei
Prof. R. Crummenauer und Prof. E. Heerich
1984 1984 Förderpreis des "Diebels Freundeskreis Kunst und Kultur"
Reisestipendium der Ernst-Poensgen-Stiftung Nach Sri Lanka
1985 1985 Meisterschüler von Prof. R. Crummenauer
Förderpreis der "Großen Düsseldorfer Kunstausstellung"
1987-88 1987-88 Reise vom Himalaja bis Südindien
1988-93 1983-93 Unterricht in klassischer, indischer Musik
1989-90 1989-90 Stipendium des DAAD nach Nepal
1990-91 1990-91 Studienaufenthalte in Benares, Indien
Seit1987 Projekte im öffentlichen Raum in Zusammenarbeit mit Planern und Ingenieuren
1956 in Düsseldorf geboren, führt ihn sein Weg über Aachen - Studium der Physik - 1980 wieder in die Geburtsstadt zurück. Er studiert an der Staatlichen Kunstakademie bei Prof. R. Crummenauer und Prof. E. Heerich ( 1985 Meisterschüler von Prof. Crummenauer ). Der Kernsatz der Physik - „Kräfte zeigen sich an ihren Wirkungen" - und Fragen der Grenzbereiche materieller Gestaltung sind bestimmend für sein künstlerisches Arbeiten. Zeichnen wird für ihn zum - „Be-zeichnen". Aus Tuschezeichnungen werden entmaterialisierte Drahtobjekte.

Westerfrölkes Arbeiten funktionieren. Es sind zum Teil einfache Mechaniken mit Kurbel und Schubstange, Wasserrad oder Windrad. Er benutzt mechanische Funktionsstrukturen eingebunden in filigrane, geometrische Metallrahmen um Raum zu aktivieren und den Blick des Betrachters zu rhythmisieren. Die Faszination von Mechanik, die Liebe zum Detail und handwerkliche Perfektion unterstreichen diese Intention.

Umraum, und Zwischenraum werden durch die Anwesenheit der zarten Gebilde nahezu füblbar, und werden als gleichberechtigte Gestaltungsmittel benutzt. Für die Bildfindung schätzt er ebenso die „Zwischenräume`', - die „gestohlene" Zeit -, - die „unproduktiven" Momente im Alltag -, bei denen sich Bilder einstellen können: - Kritzeln beim Telefonieren, - beim Nichtnachdenken auf dem Klo, - „Gedankenwandern" beim Autofahren - - Musizieren, - Tagträumen - usw.

Westerfrölkes Arbeiten sind Rhythmogramme, sind gebaute Klangstrukturen, bei denen der Betrachter mit seinen Möglichkeiten beteiligt ist, das optische Angebot zu seiner eigenen „Musik" werden zu lassen. Das benutzte grafische Instrumentarium bietet dem „Auge des Betrachters immer neue Möglichkeiten von Blickbeziehungen. Es wird an Linien entianggeführt, Bögen verändern die Blickgeschwindigkeit bis zur Zäsur an Ecken, dann mag es piötzlich staccatoartig über Zwischenräume hüpfen, um dann wieder von einer ruhigen Struktur geleitet zu werden bzw zu verweilen. Mit der Beschränkung auf rein geometrische, abstrakte Mittel, wie Punkt, Linie, Fläche, Kreis, Quadrat, Oval und Rechteck entstehen Gebilde, die tierisches, pflanzliches, mensch liches und klangliches assoziieren lassen.

Durch zwei Reisestipendien nach Sri Lanka und Nepal und Reisen nach Indien bekommt er Kontakt zur modalen, klassischen, indischen Musik und nimmt 1988 - 1991 Unterricht bei Elmar Fonferek / Bonn und Dr. Gopal Mishra / Benares - Indien. Es folgen weitere Studienaufenthalte in Benares.

Westerfrölke schöpft aus der Konzentration der Musikentstehung und ist fasziniert von der zyklischen Bearbeitung einfacher musikalischer „Bausteine" durch Variation und Improvisation.

Waren die filigranen Drahtobjekte hauptsächlich für Innenräume konzipiert, entstehen seit 1987 zunehmend Arbeiten in Zusammenarbeit mit Planern und Ingenieuren für den öffentlichen Raum. Die Objekte sind größer geworden, können vom Betrachter durchlaufen werden, haben sich aber die Konzentration bewahrt, die Raum- und Zeitempfinden des Betrachters verändert.